Stell dir vor…

Du stehst vor einem erfolgreichen Franchise-Unternehmen: McDonald’s, Subway, oder vielleicht eine aufstrebende Kette aus deiner Stadt. Die Restaurants oder Shops laufen, die Marken sind bekannt, und überall scheint das Geschäft zu florieren. Doch hast du dich jemals gefragt, wie genau der Franchisegeber eigentlich sein Geld verdient?

Viele glauben, dass es einfach nur darum geht, Lizenzen zu verkaufen und dann zuzusehen, wie die Partner die Arbeit erledigen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Ein Franchise-System basiert auf einem durchdachten Geschäftsmodell, das dem Franchisegeber gleich mehrere Einnahmequellen sichert. Welche das sind und warum dieses System so gut funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.


Die wichtigsten Einnahmequellen eines Franchisegebers

1. Eintrittsgebühr – Die Lizenz zum Starten

Bevor ein neuer Franchisepartner überhaupt loslegen kann, muss er meist eine Eintrittsgebühr (Franchisegebühr) zahlen. Diese Gebühr dient dazu, die Marke, das erprobte Geschäftsmodell und das Know-how des Franchisegebers nutzen zu dürfen. Je nach System kann diese Gebühr wenige Tausend Euro oder auch sechsstellige Beträge betragen.

Was bekommt der Franchisenehmer dafür?

  • Das Recht, unter der Marke des Franchisegebers zu arbeiten
  • Zugang zu erprobten Geschäftsprozessen
  • Erste Schulungen und Trainings
  • Unterstützung bei der Standortwahl und Eröffnung
  • Marketingmaterialien und Werbekonzepte

Warum verdient der Franchisegeber hier? Diese Einnahmen helfen dem Franchisegeber, seine Marke weiter auszubauen, neue Partner zu gewinnen und bestehende Strukturen zu verbessern. Doch das ist erst der Anfang!


2. Laufende Gebühren – Die eigentliche Goldgrube

Während die Eintrittsgebühr eine Art „Startpaket“ ist, verdient der Franchisegeber kontinuierlich Geld durch monatliche oder umsatzabhängige Gebühren. Hier gibt es verschiedene Modelle:

  • Fixe Gebühr: Der Franchisenehmer zahlt einen festen Betrag pro Monat, unabhängig vom Umsatz.
  • Prozentuale Umsatzbeteiligung: Der Franchisegeber erhält einen Anteil vom Umsatz – meist zwischen 3 % und 12 %.
  • Mischmodell: Eine Kombination aus Fixbetrag und Umsatzbeteiligung.

Warum ist das so lukrativ? Egal, ob der einzelne Franchisenehmer super erfolgreich ist oder nur durchschnittlich läuft – der Franchisegeber bekommt regelmäßig Geld. Und je mehr Partner im System sind, desto mehr wächst das Einkommen.


3. Verkauf von Produkten und Dienstleistungen

Viele Franchisegeber verdienen nicht nur an den Gebühren, sondern auch direkt am Verkauf von Produkten an die Franchisenehmer. Das kann so aussehen:

  • Pflichtlieferanten: Der Franchisegeber betreibt eine eigene Lieferkette und verkauft Waren (z. B. Zutaten, Verpackungen, Uniformen) mit Aufschlag an seine Partner.
  • Exklusive Software oder Tools: Spezielle IT-Systeme oder Marketinglösungen müssen über den Franchisegeber bezogen werden.
  • Schulungen & Weiterbildungen: Kostenpflichtige Seminare oder Coachings für Franchisenehmer und deren Mitarbeiter.

Ein gutes Beispiel ist McDonald’s: Hier müssen Franchisenehmer alle Produkte über die unternehmenseigene Lieferkette beziehen – und das oft zu einem höheren Preis, als wenn sie selbst einkaufen könnten. Der Franchisegeber verdient also gleich doppelt: erst an den Gebühren und dann am laufenden Produktverkauf.


4. Gebühren für Werbung & Marketing

Ein weiterer cleverer Trick: Viele Franchisegeber verlangen eine zusätzliche Werbegebühr von ihren Franchisenehmern. Diese liegt oft zwischen 1 % und 5 % des Umsatzes und soll angeblich für übergreifende Marketingkampagnen genutzt werden. In Wahrheit fließt ein großer Teil dieser Gelder direkt in die Kasse des Franchisegebers oder wird für zentral gesteuerte Werbemaßnahmen verwendet, die vor allem dem Markenaufbau des Unternehmens dienen.


5. Expansion und Wiederverkauf von Standorten

Franchisegeber verdienen auch, wenn Standorte verkauft oder neue Partner aufgenommen werden. Erfolgreiche Filialen können zu hohen Preisen weiterverkauft werden, oft mit starken Aufschlägen.

Manche Franchisegeber setzen sogar gezielt darauf, dass schwache Partner irgendwann aussteigen, um die Standorte anschließend teurer weiterzuverkaufen. Ein knallhartes Geschäft!


Fazit: Warum ist das Franchise-Modell so lukrativ?

Franchisegeber haben ein skalierbares und extrem profitables Geschäftsmodell. Sie verdienen nicht nur beim Einstieg eines neuen Partners, sondern sichern sich durch laufende Gebühren, Produktverkäufe und Marketingabgaben dauerhafte Einnahmen. Je größer das Netzwerk, desto mehr Geld fließt – ohne dass der Franchisegeber selbst jeden einzelnen Standort betreiben muss.

Für Franchisenehmer kann das Modell attraktiv sein, wenn sie ein bewährtes Konzept nutzen wollen. Doch sie müssen sich bewusst sein: Der Franchisegeber verdient immer – egal, wie gut ihr Geschäft läuft.

4 Replies to “Wie verdient ein Franchisegeber Geld?”

  1. Danke für den super Beitrag! Ich glaube, vielen ist gar nicht so klar, wie ein Franchisegeber eigentlich verdient. Die meisten denken nur an die Startgebühr – aber die regelmäßigen Gebühren (Lizenzgebühren, Marketingfonds etc.) sind ja der eigentliche Motor. Was ich spannend finde: Ein befreundeter Franchisegeber hat mir mal erzählt, dass er bewusst eher niedrige Einstiegsgebühren nimmt, dafür aber auf langfristige Umsatzbeteiligung setzt. So verdienen beide Seiten nur dann, wenn das System auch wirklich läuft. Finde ich fair! Mich würde interessieren: Siehst du eher feste Gebühren oder umsatzabhängige Modelle als nachhaltiger?
    Liebe Grüße, Laura

  2. Richtig spannender Beitrag, danke dir! Viele unterschätzen, dass ein Franchisegeber nicht nur durch Gebühren verdient, sondern oft auch durch zentrale Einkaufsstrukturen. Ich kenne ein System, bei dem der Franchisegeber als Großhändler agiert – die Franchisenehmer profitieren von den Einkaufsvorteilen, und der Franchisegeber verdient mit. Win-Win! Mich würde interessieren: Nutzt du auch zentrale Einkaufskonditionen als Teil deines Geschäftsmodells, oder setzt du eher auf Dienstleistungsgebühren?
    Beste Grüße, Fabian

  3. Danke für deinen Beitrag, echt spannend erklärt! Oft wird vergessen, dass auch Zusatzleistungen wie Schulungen, IT-Systeme oder spezielle Dienstleistungen für den Franchisegeber eine Einnahmequelle sein können. Ich habe mal erlebt, dass ein Franchisegeber sogar eigene Marketing- und Eventpakete verkauft hat – die Franchisenehmer flexibel zubuchen konnten. Fand ich ziemlich schlau! Mich würde interessieren: Gibt’s bei dir auch solche „Zusatzmodule“, die optional genutzt werden können?

    Viele Grüße, Benjamin

  4. Danke für den Beitrag – super verständlich geschrieben! Ich finde, was viele vergessen: Der Franchisegeber trägt ja auch ein Risiko und erhebliche Anfangskosten, bis das System steht. Da ist es nur logisch, dass die Einnahmequellen breit gestreut sind – ob Lizenzgebühren, Einkaufsprovisionen oder Dienstleistungspakete. Mich interessiert: Wie transparent kommunizieren Sie Ihre Einnahmemodelle gegenüber potenziellen Franchisenehmern? Offenheit schafft da doch bestimmt Vertrauen, oder?

    Liebe Grüße, Sophie

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