Hast du dich jemals gefragt, ob Franchisegebühren wirklich fair sind?
Vielleicht stehst du gerade vor der Entscheidung, Franchisenehmer zu werden, oder du fragst dich, ob die laufenden Kosten deines bestehenden Franchisevertrags wirklich gerechtfertigt sind. Ist eine monatliche Lizenzgebühr von 5 % normal? Sind 10 % zu viel? Und wie sieht es mit den Werbegebühren aus? Diese Fragen stellen sich viele angehende Unternehmer.
Doch die Wahrheit ist: Es gibt keine pauschale Antwort. Vielmehr kommt es darauf an, was du für dein Geld bekommst. Also, lass uns das Thema mal ganz genau unter die Lupe nehmen.
Welche laufenden Franchisegebühren gibt es?
Bevor wir über die Angemessenheit sprechen, schauen wir uns an, welche Arten von Gebühren überhaupt typisch sind:
1. Lizenzgebühr (Royalty Fee)
Das ist die Gebühr, die du als Franchisenehmer für die Nutzung der Marke, des Konzepts und der laufenden Unterstützung zahlst.
- Sie wird oft als Prozentsatz vom Umsatz berechnet (z. B. 5 – 10 % des Nettoumsatzes).
- Manche Franchisegeber verlangen eine fixe monatliche Gebühr, unabhängig davon, wie viel Umsatz du machst.
- Andere setzen auf eine Mischform, also eine Kombination aus fester und umsatzabhängiger Gebühr.
2. Werbegebühr (Marketing Fee)
Diese Gebühr wird verwendet, um Markenwerbung und Marketingkampagnen zu finanzieren, von denen alle Franchisenehmer profitieren.
- Üblicherweise liegt sie bei 1 – 5 % des Umsatzes.
- Sie kann in einen zentralen Werbefonds fließen oder regional eingesetzt werden.
3. Schulungs- und Weiterbildungsgebühren
Viele Franchisegeber verlangen zusätzliche Gebühren für Schulungen oder Weiterbildungen, insbesondere wenn sie umfangreich oder speziell auf dein Team zugeschnitten sind.
4. Technologiegebühren
Digitale Tools wie CRM-Systeme, Kassensoftware oder Online-Bestellplattformen kosten ebenfalls Geld. Oft wird eine jährliche oder monatliche IT-Gebühr erhoben.
5. Sonstige Gebühren
Hier kann alles Mögliche reinfallen: Gebühren für Audits, Vertragsverlängerungen oder spezielle Marketingmaßnahmen.
Was ist eine angemessene Franchisegebühr?
Okay, jetzt weißt du, welche Kosten auf dich zukommen können. Aber was ist eigentlich fair?
Angemessene Lizenzgebühr: Was bekommst du dafür?
Die wichtigste Frage ist nicht die Höhe der Gebühr, sondern der Gegenwert. Stelle dir folgende Fragen:
- Wie etabliert ist die Marke?
- Welche Unterstützung bekomme ich?
- Gibt es ein erprobtes System mit klarem Erfolgsnachweis?
- Welche Schulungen und Weiterentwicklungen sind inkludiert?
- Bekomme ich exklusive Rechte für eine Region?
Ein Franchise mit starkem Markennamen, erprobtem System und kontinuierlicher Unterstützung kann eine höhere Gebühr rechtfertigen als ein Newcomer ohne klare Strukturen.
Wann sind Werbegebühren sinnvoll?
Die Werbegebühr macht nur Sinn, wenn du tatsächlich etwas davon hast. Kläre daher ab:
- Werden Marketingkampagnen tatsächlich professionell umgesetzt?
- Gibt es eine transparente Aufschlüsselung, wofür das Geld verwendet wird?
- Wie erfolgreich waren bisherige Kampagnen?
Tipp: Wenn der Franchisegeber nicht transparent ist, solltest du skeptisch sein.
Vergleich: Typische Franchisegebühren nach Branche
Hier eine grobe Orientierung, welche Franchisegebühren in verschiedenen Branchen üblich sind:
Branche | Lizenzgebühr (vom Umsatz) | Werbegebühr (vom Umsatz) |
---|---|---|
Gastronomie | 4 – 8 % | 1 – 4 % |
Einzelhandel | 3 – 7 % | 1 – 3 % |
Dienstleistungen | 5 – 10 % | 1 – 5 % |
Fitnessstudios | 6 – 9 % | 2 – 4 % |
Bildungssektor | 4 – 8 % | 1 – 3 % |
Fazit: So findest du heraus, ob die Gebühren fair sind
- Vergleiche verschiedene Franchise-Systeme und deren Gebührenstrukturen.
- Fordere eine detaillierte Kostenaufstellung und prüfe, ob die Leistungen die Kosten rechtfertigen.
- Sprich mit bestehenden Franchisenehmern und hole dir Insider-Eindrücke.
- Rechne nach! Kannst du trotz der Gebühren profitabel wirtschaften?
- Verhandle, falls möglich. Manche Franchisegeber sind flexibel bei der Gestaltung der Gebühren.
Wenn das Franchise-System hält, was es verspricht, dann sind auch höhere Gebühren gerechtfertigt. Doch wenn du nur zahlst und wenig dafür bekommst? Dann solltest du zweimal nachdenken.
Danke für den spannenden Beitrag! Ich finde, das Thema Franchisegebühren ist so wichtig – aber oft gibt’s dazu wenig klare Orientierung. Ein Freund von mir ist Franchisenehmer und sagt immer: „Solange ich das Gefühl habe, die Gebühren spiegeln den tatsächlichen Gegenwert wider – alles fein.“ Ich glaube, entscheidend ist, dass die Leistungen (Marketing, Support, Markenbekanntheit) auch wirklich spürbar sind. Mich interessiert: Gibt’s bei dir eine transparente Aufschlüsselung, wie sich die Gebühren zusammensetzen?
Beste Grüße, Tom
Toller Beitrag! Ich sehe es ähnlich – Franchisegebühren sollten natürlich den Aufwand und die Leistungen des Franchisegebers decken, aber andererseits auch wirtschaftlich für den Partner tragbar sein. Ich kenne ein System, da liegt die Lizenzgebühr bei 5 % vom Nettoumsatz und zusätzlich 2 % für den Werbefonds. Klingt fair – vorausgesetzt, der Franchisegeber liefert auch. Mich würde interessieren: Arbeitest du lieber mit prozentualen Modellen oder eher festen Pauschalen?
Liebe Grüße, Lea
Danke für deinen Beitrag, super Thema! Ich habe’s mal erlebt, dass ein Franchisegeber bewusst eine moderate Lizenzgebühr verlangt hat (unter 5 %), aber dafür eine stärkere Umsatzbeteiligung oder Zusatzleistungen angeboten hat. Sein Argument: Er wollte den Erfolg seines Franchisenehmers nicht durch hohe Fixkosten ausbremsen. Wie siehst du das – lieber niedrige Einstiegskosten, aber Beteiligung am Umsatz, oder höherer Fixbeitrag und dafür mehr Planbarkeit?
Viele Grüße,
Felix
Danke für den informativen Beitrag! Ich finde spannend, wie unterschiedlich die Modelle sind. Manche Franchisegeber verlangen feste monatliche Beträge, andere arbeiten rein umsatzabhängig. Ich kenne ein Franchise-System, das die Werbegebühr zentral verwaltet und dann regelmäßig transparent berichtet, was genau mit den Mitteln passiert. So bleibt das Ganze nachvollziehbar und fair. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Franchisepartner auch den Nutzen der Marketinggebühr direkt spüren?
Liebe Grüße, Anna
Super Beitrag – danke dir! Ich denke, was die Gebühren „angemessen“ macht, ist nicht die reine Zahl, sondern das Gesamtpaket dahinter. Ein Franchisegeber, den ich kenne, sagt immer: „Meine Gebühr ist fair, weil ich alles liefere, was den Partner erfolgreich macht – vom Einkaufsvorteil bis zur Markenpower.“ Mich interessiert: Überprüfst du regelmäßig, ob deine Gebühren noch im Verhältnis zum tatsächlichen Mehrwert stehen – oder passt du sie situativ an?
Viele Grüße, Jonas