Stell dir vor, du investierst Zeit, Geld und Energie in dein eigenes Franchise-Geschäft. Alles läuft super, du baust dir einen treuen Kundenstamm auf – und dann eröffnet direkt nebenan ein weiterer Franchisenehmer derselben Marke. Dein Umsatz bricht ein. Klingt nach einem Albtraum? Genau deshalb gibt es Gebiets- und Konkurrenzschutzregelungen. Doch was macht Sinn, was ist übertrieben und wie findet man die richtige Balance?
Warum sind Gebiets- und Konkurrenzschutzregelungen wichtig?
Franchisesysteme leben von klaren Strukturen und Regeln. Ohne Schutzregelungen kann es passieren, dass sich Franchisenehmer gegenseitig Kunden abjagen oder unfaire Wettbewerbssituationen entstehen. Aber wie genau kann man das verhindern? Hier kommen Gebiets- und Konkurrenzschutz ins Spiel.
Gebietsschutz – dein exklusives Territorium
Beim Gebietsschutz wird einem Franchisenehmer ein exklusives Einzugsgebiet zugesichert. Das bedeutet:
- Keine anderen Franchisenehmer der gleichen Marke dürfen in diesem Gebiet eine Filiale eröffnen.
- Der Franchisenehmer hat das alleinige Recht, dort das Franchise zu betreiben und Kunden zu gewinnen.
Typische Regelungen für Gebietsschutz:
- Mindestabstand: Eine klare Regelung, dass Filialen einen bestimmten Abstand voneinander haben müssen (z. B. 5 km Radius in einer Stadt oder ein gesamtes Stadtgebiet auf dem Land).
- Kundenexklusivität: Manche Franchisegeber definieren, dass Kunden aus einem bestimmten Postleitzahlengebiet nur von einem bestimmten Franchisenehmer betreut werden.
- Vertriebswege: Oft werden auch Online-Vertriebe oder Liefergebiete in den Gebietsschutz aufgenommen, um Konflikte zu vermeiden.
Aber Achtung: Ein zu großer Gebietsschutz kann das Wachstum des Franchisesystems bremsen. Das ist dann nicht nur für den Franchisegeber schlecht, sondern kann auch Franchisenehmer daran hindern, ihre eigene Expansion sinnvoll zu planen.
Konkurrenzschutz – keine unerwünschten Mitbewerber
Der Konkurrenzschutz sorgt dafür, dass sich Franchisenehmer innerhalb des Systems nicht gegenseitig unterbieten oder Konkurrenzprodukte anbieten.
Häufige Bestandteile von Konkurrenzschutzklauseln:
- Keine anderen Franchise-Systeme im gleichen Bereich: Ein Franchisenehmer darf oft keine andere Franchise-Marke derselben Branche betreiben.
- Kein Parallelbetrieb eines eigenen, ähnlichen Unternehmens: Es soll verhindert werden, dass ein Franchisenehmer ein eigenes Unternehmen aufbaut, das in direkter Konkurrenz zum Franchise steht.
- Beschränkungen nach Vertragsende: Viele Verträge enthalten Klauseln, die es Franchisenehmern untersagen, nach Vertragsende für eine gewisse Zeit ein Konkurrenzunternehmen zu gründen.
Klingt streng? Vielleicht. Aber ohne solche Klauseln wäre es für Franchisegeber schwer, ihre Marke zu schützen.
Wie sieht eine faire Regelung aus?
Die Kunst liegt darin, eine sinnvolle Balance zwischen Schutz und Expansion zu finden. Zu strikte Regelungen können potenzielle Franchisenehmer abschrecken, zu lockere Regelungen führen zu ungesundem Wettbewerb.
Ein guter Franchisevertrag sollte:
- Klare, aber realistische Gebietsgrenzen definieren. Zu große Gebiete sind für das Franchise als Ganzes nachteilig.
- Fairen Konkurrenzschutz gewährleisten, ohne die berufliche Zukunft der Franchisenehmer zu gefährden. Ein komplettes Berufsverbot nach Vertragsende ist z. B. rechtlich kaum haltbar.
- Flexibilität für Sonderfälle bieten. Manchmal macht es Sinn, Gebietsschutz individuell anzupassen.
Beispiel aus der Praxis: McDonald’s & Subway
McDonald’s vergibt Franchisegebiete in großeren Einheiten und ist bei der Platzierung neuer Standorte sehr strategisch. Subway hingegen erlaubt es oft, dass mehrere Filialen nah beieinander sind – mit dem Argument, dass sich durch hohe Standortdichte eine Marke stärker durchsetzt. Beide Konzepte haben ihre Vor- und Nachteile.
Fazit: Gebiets- und Konkurrenzschutz sind nicht nur sinnvoll, sondern essenziell für ein gesundes Franchisesystem. Die richtige Balance zu finden, ist allerdings eine Herausforderung. Wer ein Franchise gründen will, sollte sich den Vertrag genau anschauen und notfalls nachverhandeln.
Danke für den spannenden Beitrag! Ich finde, Gebiets- oder Konkurrenzschutzregelungen sind äußerst wichtig, um Klarheit und Fairness ins System zu bringen. Ein Freund von mir ist Franchisenehmer und meinte: „Nichts ist schlimmer, als wenn plötzlich ein zweiter Standort direkt nebenan aufmacht.“ Bei seinem Franchise gibt es klare Gebietsschutz-Regelungen – und das sorgt für Vertrauen. Mich interessiert: Arbeitest du mit festen Postleitzahlengebieten oder eher flexiblen Abständen?
Viele Grüße, Jonas
Super Beitrag, danke dir! Ich glaube, beim Thema Konkurrenzschutz wird oft unterschätzt, wie wichtig auch klare Absprachen zur Exklusivität sind. Ein befreundeter Franchisenehmer hat sich bewusst für ein System entschieden, das keine eigenen Filialen in den Partner-Gebieten eröffnet. Für ihn ein entscheidender Punkt. Mich interessiert: Legst du im Vertrag auch fest, dass der Franchisegeber selbst nicht in Konkurrenz tritt?
Liebe Grüße,
Theresa
Vielen Dank für den Beitrag! Ich finde, Konkurrenzschutz im Franchise ist immer ein Balanceakt. Zu viel Gebietsschutz bremst Expansion – zu wenig schafft Frust bei den Partnern. Ich kenne ein System, das pro Standort Potenzialanalysen macht, bevor neue Gebiete freigegeben werden. Mich würde interessieren: Wie gehst du vor – eher nach festen Regeln oder situativ je nach Marktumfeld?
Viele Grüße, Adrian
Toller Artikel! Ich habe viele vergessen, dass Gebietsschutz nicht nur für die Franchisenehmer wichtig ist, sondern auch langfristig den Markenwert schützt. Ich habe’s mal erlebt, dass ohne klare Regelung Standorte zu nah beieinander liegen – und sich gegenseitige Kunden weggeschnappt haben. Wie stellst du sicher, dass die Partner fair verteilt sind und sich nicht im Weg stehen?
Liebe Grüße, Katharina
Danke für den interessanten Beitrag! Ich finde besonders spannend, dass manche Franchisegeber ihren Partnern sogar eine gewisse Mitspracheregelung bei Standorten einräumen. Bei einem System, das ich kenne, wird vor jeder Erweiterung erst das Feedback der umliegenden Partner eingeholt. Finde ich super transparent! Mich interessiert: Beziehst du deinen Franchisenehmer auch in solche Entscheidungen aktiv mit ein?
Viele Grüße,
Oliver