Jeder Franchisenehmer ist ein Teil des großen Ganzen – aber was passiert, wenn einer nicht mitzieht? Wenn ein Standort nicht die erwartete Leistung bringt? Sollte man sofort eingreifen oder abwarten? Und wie erkennt man überhaupt, ob es sich um eine kurzfristige Schwäche oder ein dauerhaftes Problem handelt?

Ein schwächelnder Franchisenehmer kann nicht nur seine eigene Existenz gefährden, sondern auch die Marke in Mitleidenschaft ziehen. Deshalb ist es entscheidend, das Problem frühzeitig zu erkennen und strategisch zu handeln. Doch wie geht man am besten vor? Hier ein genauer Blick auf Ursachen, Lösungsansätze und mögliche Konsequenzen.

Mögliche Gründe für die schlechte Performance

Nicht jeder Franchisenehmer, der hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist faul oder unfähig. Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse – Manche Franchisenehmer sind exzellente Fachkräfte, aber keine guten Unternehmer.
  • Mangelndes Engagement – Vielleicht fehlt die Motivation, oder es gibt private Probleme, die sich auf das Geschäft auswirken.
  • Schlechte Standortwahl – Auch wenn die Zentrale mitentscheidet: Ist der Standort ungünstig, hat es der Franchisenehmer schwer.
  • Zu wenig Marketing – Wenn Kunden den Standort nicht kennen, kann auch das beste Produkt nicht verkauft werden.
  • Ignorieren der Franchise-Vorgaben – Wer sich nicht an bewährte Prozesse hält, kann schnell ins Straucheln geraten.
  • Externe Einflüsse – Wirtschaftliche Krisen, Veränderungen im Kundenverhalten oder neue Wettbewerber können ebenfalls Probleme verursachen.

Wie erkennt man Leistungsprobleme frühzeitig?

Um rechtzeitig reagieren zu können, sollte man regelmäßig folgende Punkte überprüfen:

  • Umsatz- und Gewinnentwicklung: Gibt es einen klaren Abwärtstrend?
  • Kundenfeedback: Gibt es vermehrt Beschwerden oder negative Bewertungen?
  • Einhaltung der Standards: Werden die Prozesse und Vorgaben des Franchisegebers eingehalten?
  • Engagement des Franchisenehmers: Nimmt er an Meetings, Schulungen und Marketingmaßnahmen teil?

Ein regelmäßiges Controlling und offene Gespräche helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Denn je länger man wartet, desto schwieriger wird es, gegenzusteuern.

Mögliche Maßnahmen zur Leistungssteigerung

Wenn klar ist, dass ein Franchisenehmer nicht die erwarteten Ergebnisse liefert, gibt es verschiedene Wege, um gegenzusteuern:

1. Offenes Gespräch führen

Oft hilft es, sich mit dem Franchisenehmer zusammenzusetzen und die Probleme offen anzusprechen. Vielleicht gibt es Gründe, die leicht zu beheben sind.

2. Unterstützung anbieten

  • Zusätzliche Schulungen oder Coaching
  • Hilfe beim Marketing
  • Optimierung der internen Prozesse

3. Klare Ziele setzen

Wenn jemand unter den Erwartungen bleibt, sollte er eine klare Strategie erhalten, um seine Leistung zu verbessern – mit konkreten Zielen und Fristen.

4. Konsequenzen aufzeigen

Falls der Franchisenehmer nicht bereit ist, Änderungen vorzunehmen, muss man auch über mögliche Konsequenzen sprechen. Dazu gehören:

  • Entzug bestimmter Rechte oder Vergünstigungen
  • Vertragsstrafen oder finanzielle Sanktionen
  • Letztendlich auch die Kündigung des Franchisevertrags

Wann sollte man sich von einem Franchisenehmer trennen?

Wenn trotz aller Maßnahmen keine Verbesserung eintritt oder der Franchisenehmer das System bewusst schädigt, bleibt oft nur die Trennung. Dies sollte allerdings gut vorbereitet und rechtlich abgesichert sein. Vor allem, wenn Vertragsklauseln nicht eindeutig formuliert sind, kann es zu langen Rechtsstreitigkeiten kommen.

Fazit: Probleme früh erkennen und handeln

Ein schwächelnder Franchisenehmer ist kein Grund zur Panik – aber ein Grund zum Handeln. Wer Probleme früh erkennt und gezielt gegensteuert, kann nicht nur den betroffenen Standort retten, sondern auch die Marke schützen. Wichtig ist eine klare Kommunikation, Unterstützung, aber auch Konsequenz, wenn sich nichts ändert.

2 Replies to “Was, wenn ein Franchisenehmer nicht die erwarteten Leistungen bringt?”

  1. Toller Beitrag, danke dir! Ich denke, wichtig ist vor allem, dass die Erwartungshaltung von Anfang an glasklar kommuniziert wird. Wenn’s dann trotzdem klappt, kann man immer noch nachjustieren – sei es durch zusätzliche Schulungen, gemeinsame Zielgespräche oder konkrete Maßnahmenpläne. Ich kenne einen Franchisegeber, der sagt: „Jeder kriegt ne faire Chance, aber irgendwann muss auch Konsequenz her.“ Wie handhabst du das Thema Eskalation, wenn sich wirklich gar nichts bessert?
    Viele Grüße, Daniel

  2. Danke für deinen Beitrag! Ich finde, oft wird vergessen, dass nicht nur wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. Vielleicht hängt’s auch menschlich – fehlende Motivation, Konflikte im Team oder persönliche Themen. Ich habe mal erlebt, dass ein Franchisegeber da gezielt Coaching angeboten hat, bevor er „den Stecker zieht“. Fand ich stark. Mich interessiert: Wie viel Raum gibst du für persönliche Gespräche, bevor du offizielle Schritte einleitest?

    Liebe Grüße,
    Laura

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