Ein Albtraum für Franchisenehmer – was nun?
Hast du dir dein Franchise anders vorgestellt? Läuft das Geschäft nicht so, wie du es erwartet hast? Vielleicht merkst du gerade, dass das Konzept nicht so tragfähig ist, wie es dir verkauft wurde. Was nun? Aufgeben, kämpfen oder umorientieren?
Eins ist klar: Du bist nicht allein mit dieser Situation. Viele Franchisenehmer stellen nach einiger Zeit fest, dass Theorie und Praxis zwei völlig verschiedene Dinge sind. Doch bevor du vorschnelle Entscheidungen triffst, solltest du die Situation genau analysieren und überlegt handeln.
Lass uns gemeinsam durchgehen, was du tun kannst, wenn dein Franchise auf wackligen Beinen steht.
1. Ursachenanalyse: Warum funktioniert das Konzept nicht?
Bevor du nach Lösungen suchst, musst du das Problem verstehen. Ist das Konzept an sich schlecht oder gibt es andere Faktoren, die dein Geschäft ausbremsen? Hier sind einige mögliche Ursachen:
- Fehlende Marktanpassung: Vielleicht funktioniert das Konzept in anderen Regionen, aber nicht an deinem Standort.
- Schlechtes Marketing: Wirst du ausreichend von der Franchise-Zentrale unterstützt oder bleibt das Marketing an dir hängen?
- Überzogene Gebühren: Manchmal fressen hohe Lizenzgebühren den Gewinn auf.
- Schwache Nachfrage: Gibt es überhaupt genug Kunden für dein Angebot?
- Fehlender Handlungsspielraum: Manchmal lassen Franchisegeber zu wenig Spielraum für individuelle Anpassungen.
Mache eine ehrliche Bestandsaufnahme und finde heraus, woran es wirklich liegt.
2. Mit dem Franchisegeber sprechen – gibt es Anpassungsmöglichkeiten?
Ein offenes Gespräch mit dem Franchisegeber kann Wunder wirken. Oft gibt es Spielraum für Anpassungen, zum Beispiel:
- Marketingunterstützung – Kannst du zusätzliche Werbekampagnen bekommen?
- Gebührenverhandlungen – Ist eine temporäre Reduzierung der Gebühren möglich?
- Sortimentserweiterung – Kannst du das Angebot anpassen, um besser auf lokale Bedürfnisse einzugehen?
Gute Franchisegeber sind daran interessiert, dass ihre Partner erfolgreich sind. Wenn dein Franchisegeber jedoch auf stur schaltet oder kein Interesse an Lösungen zeigt, solltest du vorsichtig sein.
3. Gibt es einen Exit-Plan?
Falls du merkst, dass das Franchise langfristig nicht funktionieren wird, solltest du über einen Ausstieg nachdenken. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Verkauf des Franchise-Standorts: Vielleicht gibt es Interessenten, die dein Geschäft übernehmen möchten.
- Vertragskündigung: Prüfe, ob es eine Möglichkeit gibt, den Vertrag vorzeitig zu beenden.
- Umstellung auf ein eigenes Geschäft: Kannst du das Konzept modifizieren und eigenständig weitermachen?
- Insolvenz als letzter Ausweg: Falls keine der anderen Optionen funktioniert, solltest du mit einem Fachanwalt klären, welche Möglichkeiten du hast.
4. Falls du weitermachst: Welche Anpassungen sind möglich?
Vielleicht möchtest du das Franchise trotzdem weiterführen. Dann solltest du an den Stellschrauben drehen, die du beeinflussen kannst:
- Marketing verbessern: Setze verstärkt auf Social Media, lokale Werbung oder Events.
- Kundenfeedback nutzen: Was sagen deine Kunden? Gibt es Wünsche, die du umsetzen kannst?
- Betriebskosten senken: Gibt es Einsparmöglichkeiten, ohne an Qualität zu verlieren?
- Zusätzliche Einnahmequellen erschließen: Kannst du neue Dienstleistungen oder Produkte anbieten?
Oft hilft es, kleine Veränderungen vorzunehmen, um das Ruder herumzureißen.
5. Mentale Stärke und Netzwerke nutzen
Ein gescheitertes Franchise kann emotional belastend sein. Aber: Du bist nicht allein! Sprich mit anderen Franchisenehmern, hol dir Unterstützung von Unternehmensberatern oder tausche dich in Unternehmernetzwerken aus.
Rückschläge gehören dazu – entscheidend ist, wie du damit umgehst. Bleib offen für neue Wege und sieh die Situation als Chance, zu wachsen und dich weiterzuentwickeln.
Fazit: Jede Krise birgt eine Chance
Ja, es ist frustrierend, wenn dein Franchise nicht so funktioniert wie erhofft. Aber es gibt immer Lösungen. Analysiere die Ursachen, sprich mit dem Franchisegeber, prüfe deine Optionen und entscheide dann, wie du weitermachen willst.
Egal, ob du kämpfst oder einen neuen Weg einschlägst – wichtig ist, dass du aktiv handelst und nicht in der Frustration stecken bleibst.
Danke für den offenen Beitrag! Ich finde es spannend, dass du das Thema ansprichst – denn nicht jedes Franchisekonzept passt auf Dauer zum Markt. Trends ändern sich, Kundenverhalten auch. Ein Unternehmen, das ich kenne, hat das genutzt: Statt komplett aufzugeben, haben sie das Modell gestrafft, weniger Standorte, dafür mehr Fokus auf Online-Angebote. Für mich zeigt das: Manchmal ist weniger mehr. Mich würde interessieren: Wo ziehst du für dich die Grenze zwischen „anpassen“ und „loslassen“?
Liebe Grüße, Sophie
Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich finde es super, dass du auch mal das Thema ansprichst, was passiert, wenn’s gerade nicht rundläuft . Viele Franchisegeber reden nur vom Wachstum – aber was ist, wenn das Konzept einfach nicht die Traktion hat? Ich habe mal gesehen, wie ein Franchisegeber ganz offen mit seinen Partnern kommuniziert hat, als es hakte. Zusammen wurde das Konzept angepasst – weniger Standorte, neues Produktportfolio, enger Austausch. Für mich der Schlüssel: ehrlich sein und flexibel bleiben. Mich würde interessieren: Hast du konkrete Erfahrungen gemacht, wie du ein schwächelndes Konzept wieder auf den Kurs gebracht hast?
Liebe Grüße, Laura
Danke für den Beitrag – mega wichtiges Thema! Ich glaube, vielen Franchisegebern fällt es schwer, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen oder das Konzept zu hinterfragen. Ein Bekannter von mir meinte mal: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Er hat tatsächlich einen radikalen Schnitt gemacht, das ganze System neu aufgesetzt – inklusive Rebranding und überarbeitetem Geschäftsmodell. Hat ihm einiges abverlangt, aber im Nachhinein war’s goldrichtig. Wie stehst du dazu: Lieber sanft anpassen oder, wenn nötig, auch mal komplett umstrukturieren?
Beste Grüße,
Tom