Stell dir vor, du siehst eine erfolgreiche Burger-Kette oder ein bekanntes Fitnessstudio und denkst dir: „Hey, das könnte ich doch auch machen!“ Aber ist das wirklich so einfach? Kann jeder einfach in ein Franchise einsteigen und damit erfolgreich werden? Oder gibt es versteckte Hürden, die man kennen sollte, bevor man sich in dieses Abenteuer stürzt?

Lass uns das Thema mal von allen Seiten beleuchten.


Was ist ein Franchise überhaupt?

Kurz gesagt: Beim Franchise-Modell stellt ein Unternehmen (der Franchisegeber) ein erprobtes Geschäftskonzept gegen Gebühren und Umsatzbeteiligung zur Verfügung. Der Franchisenehmer führt dann das Geschäft nach den vorgegebenen Regeln. Typische Beispiele sind McDonald’s, Subway oder auch Fitnessketten wie Mrs. Sporty.

Klingt erstmal simpel, oder? Aber: Man bekommt nicht nur ein funktionierendes Konzept, sondern auch Verpflichtungen, die man nicht unterschätzen sollte.


Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Klar, auf dem Papier kann jeder Franchisenehmer werden. Aber nicht jeder ist auch dafür geeignet. Es gibt einige Eigenschaften, die essenziell sind:

1. Unternehmerisches Denken

Du bekommst zwar ein Konzept, aber du führst das Unternehmen immer noch selbst. Personal, Finanzen, Marketing – das sind deine Baustellen. Wer lieber von 9 bis 17 Uhr arbeitet und klare Anweisungen will, ist hier eher falsch.

2. Startkapital und finanzielle Planung

Ein Franchise kostet. Und oft nicht wenig. Neben der Einstiegsgebühr fallen laufende Lizenzgebühren an. Hinzu kommen Miete, Gehalt für Mitarbeiter und Investitionen in Ausstattung. Ohne solide Finanzplanung kann das nach hinten losgehen.

3. Anpassungsfähigkeit

Viele denken: „Ich mache einfach, was ich will!“ Nein. Franchise bedeutet, sich an ein bestehendes Konzept zu halten. Eigene Kreativität ist meist eingeschränkt – spontane Ideen oder neue Produkte einbringen? Schwierig.

4. Durchhaltevermögen

Der Start ist oft steinig. Es dauert, bis sich ein Standort etabliert hat. Wer schnell aufgibt, wird Probleme bekommen. Wer dranbleibt, hat allerdings die Chance auf langfristigen Erfolg.

5. Teamfähigkeit und Kundenorientierung

Ob Gastronomie, Einzelhandel oder Dienstleistung – du hast IMMER mit Menschen zu tun. Mitarbeiter führen, Kunden glücklich machen, Stress aushalten. Wer das nicht mag, sollte sich das Ganze gut überlegen.


Welche Fehler sollte man vermeiden?

Selbst mit den besten Voraussetzungen gibt es einige Fallstricke, in die viele Franchisenehmer tappen:

  • Unterschätzung der Kosten: Viele denken, nach der Lizenzgebühr sei alles getan. Die laufenden Kosten können aber schnell explodieren.
  • Falsches Franchise-System: Nicht jedes Franchise passt zu jedem. Wer ein Fitnessstudio liebt, sollte kein Fast-Food-Restaurant eröffnen.
  • Mangelnde Vorbereitung: Wer sich nicht intensiv mit Verträgen, dem Markt und dem Standort beschäftigt, wird Probleme bekommen.
  • Fehlende Rücksicht auf die eigene Lebenssituation: Ein Franchise kann eine 24/7-Beschäftigung sein. Familie und Freizeit können leiden.

Lohnt sich ein Franchise?

Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Wer gut vorbereitet ist, das richtige Franchise wählt und die nötige Disziplin mitbringt, kann sehr erfolgreich werden. Aber ein Selbstläufer ist es nicht.

Wichtig ist, sich vorher ehrlich zu fragen:

  • Passt das Franchise zu mir?
  • Habe ich die finanziellen Mittel?
  • Bin ich bereit, mich an Vorgaben zu halten?
  • Kann ich mit Herausforderungen umgehen?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, dann könnte ein Franchise genau das Richtige für dich sein!


Fazit:

Ja, theoretisch kann jeder Franchisenehmer werden. Aber nicht jeder sollte es. Wer sich informiert, vorbereitet und die richtige Einstellung mitbringt, hat große Chancen auf Erfolg. Doch ohne das nötige Know-how kann ein Franchise auch zur finanziellen Falle werden.

5 Replies to “Kann jeder Franchisenehmer werden?”

  1. Danke für den spannenden Beitrag! Ich finde, „jeder kann Franchisenehmer werden“ klingt erstmal schön, aber ehrlich gesagt: Nicht jeder sollte es werden. Es braucht definitiven Unternehmergeist, Disziplin und auch die Bereitschaft, die Vorgaben zu klären. Ich hatte mal jemanden erlebt, der dachte, Franchise sei so was wie Selbstständigkeit mit „Sicherheitsnetz“ – und dann überrascht war, wie viel Verantwortung trotzdem bei ihm lag. Mich würde interessieren: Gibt’s für dich bestimmte Eigenschaften, die absolute Must-haves für Franchisenehmer sind?
    Liebe Grüße, Lisa

  2. Toller Beitrag! Ich denke auch, dass die Vorstellung, einfach Franchisevertrag unterschreiben und loslegen, also nicht ganz stimmt. Klar, das System ist da – aber ob jemand wirklich langfristig erfolgreich ist, hängt extrem von der Persönlichkeit ab. Ich kenne einen Franchisegeber, der immer sagt: „Wir suchen Partner, keine Platzhalter.“ Mich interessiert: Hast du einen festen Auswahlprozess, um die „richtigen“ Kandidaten herauszufiltern?

    Beste Grüße, Jonas

  3. Danke für den Input, super Thema! Ich glaube, viele unterschätzen, wie wichtig auch das finanzielle Fundament ist. Klar, Franchise bietet Unterstützung – aber ohne Eigenkapital und Puffer wird’s schnell eng. Ein Bekannter von mir wollte Franchisenehmer werden, hatte aber kaum Reserven. Ihm hat der Franchisegeber offen gesagt: „Erst die Finanzen checken, dann reden wir weiter.“ Fand ich ehrlich und fair. Wie transparent geht das Thema Finanzierung im Auswahlprozess an?
    Liebe Grüße,
    Maria

  4. Danke für deinen Beitrag! Ich finde, Franchisenehmer sollten nicht nur kaufmännisch denken können, sondern auch teamfähig sein. Ein Franchise-System funktioniert ja nur, wenn alle an einen Strang ziehen. Ich habe mal erlebt, wie jemand unbedingt „sein eigenes Ding“ machen wollte – aber das System nicht akzeptiert hat. Ergebnis: Konflikte vorprogrammiert. Wie prüfst du im Vorfeld, ob ein Kandidat auch teamfähig und systemtreu ist?

    Viele Grüße, Tobias

  5. Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich finde es spannend, dass du auch die emotionale Seite ansprichst. Manchmal braucht’s einfach den richtigen „Drive“, die Motivation, wirklich etwas aufzubauen. Nicht jeder, der Franchisenehmer werden könnte , bringt auch den Biss mit. Ich habe mal von einem Franchisegeber gehört, der im Auswahlprozess gezielt gefragt hat: „Warum genau willst du Franchisenehmer werden?“ – und da trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen. Stellst du auch solche persönlichen Fragen im Erstgespräch?

    Liebe Grüße, Clara

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